Kleine Schlosschronik

Im 11. Jahrhundert werden die Dynasten derer von Grunbach (Grumbach) zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das Geschlecht hatte seinen Stammsitz in Burggrumbach (Ortsteil von Unterpleichfeld), wo im Verlauf des 11./12. Jahrhunderts eine Burg entstand. Sein Wappen, ein gewellter schräger grüner Balken im gelben Feld, leitete sich von dem unterhalb des Burgberges vorbei fließenden Bach Grumbach ab (die Herren vom grünen Bach).

Mit Albert II. starb diese Familie 1243 im Mannesstamm aus. Seine Tochter war mit einem Grafen von Rieneck verheiratet, so dass sämtliche Güter an Rieneck fielen. 1328 verkaufte Graf Ludwig von Rieneck seine 2/3 Anteile an der Burg zu Burggrumbach und seine Liegenschaften in Burggrumbach, Rimpar, Kürnach und Bergtheim an einen Ritter Eberhard aus dem Geschlecht derer von Wolfskeel, der sich wie auch später seine Nachkommen nach seinem Besitztum „von Grumbach" nannte.

Diese, aus der Wetterau stammende Familie gehörte dem Dienstadel an und hatte als Wappenschild im goldenen Feld einen Mohren, der in der rechten Hand drei rote Rosen trägt. Über die Erbauung einer Rimparer Burg sind keinerlei Urkunden erhalten. Aufgrund dessen, dass die Wehrmauer mit Schießscharten für Feuerwaffen (Hakenbüchsen) ausgestattet ist, kann eine Errichtung der Anlage nicht vor dem letzten Drittel des 14. Jh. einzuordnen sein.

Im Jahre 1371 wird mit Horant von Grumbach erstmalig ein Grumbacher erwähnt, der in Rimpar ansässig war. In einem Teilungsvertrag zwischen Heinz und Eberhard von Grumbach im Jahr 1469 wird zum ersten Mal das Schloss urkundlich erwähnt. Aus der Rimparer Linie sind zwei Namen hervorzuheben, Fürstbischof Johann III. (1455 –1466) und Wilhelm von Grumbach. Fürstbischof Johann III. hat ein wichtiges Exponat hinterlassen, das fränkische Herzogsschwert. Dieses wurde den Fürstbischöfen als Zeichen ihrer weltlichen Macht bei feierlichen Anlässen vorausgetragen (heute in der Schatzkammer der Münchner Residenz).

Wilhelm von Grumbach, geboren 1503 im Rimparer Schloss, war im Dienst vieler Fürsten. Unter zwei Würzburger Fürstbischöfen Hofmarschall, Stadthalter der markgräflichen Herrschaft „ob dem Gebürg" auf der Plassenburg bei Kulmbach, Oberst der Krone von Frankreich, u. a. m. Als der Markgraf von Ansbach durch den Kaiser geächtet wurde, hat der damalige Fürstbischof Melchior v. Zobel, W. v.Grumbach als Landfriedensbrecher eingestuft, obwohl hierfür keine Veranlassung vorlag und konfiszierte seine sämtlichen Güter (W. v. Grumbach beziffert die jährlichen Einnahmeverluste auf 17.000 Gulden, ca. drei Millionen Euro).

Wilhelm von Grumbach versuchte sein Recht beim Kaiserlichen Reichskammergericht zu erlangen, jedoch ohne Erfolg. 1558 wurde Fürstbischof Melchior Zobel auf dem Weg von der Stadt zur Veste Marienberg von einem Haufen Bewaffneter überfallen und der Fürstbischof von einem Knecht des W. v. Grumbach erschossen. Eine Ermordung war sicher nicht geplant eher eine Entführung des Bischofs, um wieder in den Besitz seiner Güter zu kommen. Aber außer seinem Geständnis während einer vierstündigen Folter im Jahr 1567 ist bis heute kein Beweis für die Entführung vorhanden.

Ein weiterer Versuch seine Güter wieder zu erhalten war der Überfall und die Einnahme der Stadt Würzburg mit einer Streitmacht von 1300 Mann. Der vom Domkapitel erzwungene Vertrag über die Rückgabe der Güter wurde vom Kaiser als Landfriedensbruch mit der Reichsacht geahndet. Grumbach floh zu seinem Freund und Gönner, Herzog Johann Friedrich dem Mittleren nach Gotha. Da der Herzog Auslieferungsforderungen nicht beachtete, zog 1567 ein kaiserliches Exekutionsheer vor Gotha. Nach Einnahme der Stadt wurde Wilhelm von Grumbach grausam gefoltert und hingerichtet und der Herzog in lebenslänglicher Haft nach Wien-Neustadt inhaftiert.

Der Sohn des Wilhelm, Konrad von Grumbach, musste, um wieder in den Besitz der väterlichen Güter zu gelangen, in einem Gnadenvertrag 1569, 50.000 Gulden an das Hochstift Würzburg zahlen. Durch große Ausgaben z. B. dem Kauf des Dorfes Schwanfeld, verschuldete er sich derart, dass er bei einer Schuldenlast von ca. 250.000 Gulden, 1593 das Schloss mit Dorf Rimpar und nach und nach auch sämtliche Liegenschaften an das Hochstift Würzburg verkaufen musste.

Mit seinem Sohn Wilhelm starb 1603 die Rimparer Linie derer von Grumbach aus. Mit dem Jahr 1593 wird das Schloss Landresidenz der Würzburger Fürstbischöfe, die zum Teil sehr häufig im Rimparer Schloss, manchmal mit einem Hofstaat von bis zu 140 Personen verweilten. Durch den Bau der Wernecker Landresidenz wurde ab 1744 das Rimparer Schloss uninteressant.

Langsam setzte der Verfall der Gebäude ein. Zwischen 1780 –1793 wurde der Westflügel eingelegt. Durch den Einmarsch der Franzosen im Jahr 1796 wurden weitere Abrissmaßnahmen verhindert. Um 1800 wird das Schloss saniert, die welschen Hauben der Türme abgerissen und durch stumpfe Kegelhauben ersetzt. Es entsteht das heutige Architekturbild, nach Süden und Osten nahezu vollständig erhalten und nach Westen und Norden Ruine.

1806 wurde das königlich bayerische Forstamt Rimpar begründet mit Sitz im Ostflügel des Schlosses. Das Forstamt sollte bis zu seiner Auflösung 1971 hier verbleiben.

Am 21. Juli 1980 kaufte der Markt Rimpar unter 1. Bürgermeister Anton Kütt das Schloss vom Freistaat Bayern. Im gleichen Jahr wurde auch der Freundeskreis Schloss Grumbach gegründet. Der Ausbau und die Restaurierung des Schlosses zum neuen Rathaus der Marktgemeinde war 1984 beendet, so dass die Gemeindeverwaltung bereits in diesem Jahr einziehen konnte. Die Einweihung fand am 18. Mai 1985 statt.

Am 25. Juni 2000 wird das, durch den Freundeskreis Schloss Grumbach und der Marktgemeinde Rimpar errichtete Schlossmuseum mit seinen beiden Abteilungen Archäologisches Museum und Bäckerei-Museum, eingeweiht.

Seit 2003 steht der Rittersaal und der Greiffenclausaal auch für private Veranstaltungen in Verbindung mit der Schlossgaststätte zur Verfügung.

gez. Edwin Hamberger



Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Freundeskreis Schloss Grumbach