Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept - Würzburger Norden


Im Würzburger Norden wird es ganz konkret - Ergebnisse aus den Arbeits- und Projektgruppen


Die Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) für den Würzburger Norden geht weiter voran.

Im Januar und Februar kamen mehrere Arbeits- und Projektgruppen zusammen um sich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen und konkrete Projektideen für das Allianzgebiet und die zehn beteiligten Gemeinden Rimpar, Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim und Unterpleichfeld zu entwickeln.

Ein Konzept für das zukünftige Wegenetz
Den Anfang machte die Projektgruppe „Zukünftiges Wegenetz“, wozu 100 bzw. 50 Landwirte, Jagd- und Forstleute, Gemeinderäte sowie freizeitinteressierte Bürgerinnen und Bürger am 11. Januar in Unterpleichfeld und am 24. Februar in Prosselsheim zusammenkamen, um ihre Ortskenntnis einzubringen und gemeinsam anhand von vorbereiteten Karten im Maßstab 1:25.000 ein grobes Integriertes Wegekonzept zu entwickeln.

Es wurden der Sanierungs- und Unterhaltungsbedarf, Lückenschlüsse zu den jeweiligen Nachbargemeinden und der Ausbaubedarf bei den Radwegen festgestellt.

Im Fokus standen die sogenannten landwirtschaftlichen Kernwege, die vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert werden können. Die Umsetzung dieser Wege gestaltet sich jedoch schwierig, weil das Problem des Grunderwerbs gelöst werden muss und die finanziellen Zuschüsse in den nächsten ein bis zwei Jahren bereits gebunden sind.

Deshalb wurde auch über Alternativen nachgedacht. Wichtig ist der Arbeitsgruppe, ein integriertes Konzept zu erarbeiten, also alle Wege in Feld, Flur und Wald für die verschiedenen Nutzungen im Blick zu haben.

Ein weiterer Punkt waren die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Freizeitnutzer sowie das Potential für dorfnahe Spazierwege und Routen für die Mountainbiker.

Mobilität im Alter, Nahversorgung und soziale Kontakte
Passend zum Veranstaltungsort Gramschatz richtete die Arbeitsgruppe „Demographischer Wandel“ den Blick auf die Frage, wie man sich im Alter auch in einer kleinen Ortschaft im Würzburger Norden heutzutage wohlfühlen kann, wo die Versorgungs- und Mobilitätsangebote meist geringer sind als in den Hauptorten und größeren Gemeinden.

Rund 30 Bürgerinnen und Bürgerinnen arbeiteten am 14. Januar wichtige Ansätze heraus, um die Mobilität im Alter, die Nahversorgung und die sozialen Kontakte zu verbessern.

Ein flexibler Einkaufsbus, die Idee „Bürger fahren Bürger“, eine Abstimmung der Fahrtrouten der mobilen Verkaufswagen sowie mögliche Einrichtungen von offenen Treffs, Mittagstischen oder Begegnungsstätten für Senioren beispielsweise in Prosselsheim oder Oberpleichfeld lauteten die Vorschläge.

Erhalt von Kultur und Traditionen sowie der soziale Zusammenhalt
Kultur und Traditionen machen den Charme eines Ortes aus, stärken den sozialen Zusammenhalt und sind Voraussetzung für die Lebensqualität und Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat, was in Zeiten der Globalisierung zunehmend Bedeutung bekommt.

Für die Arbeitsgruppe „Freizeit / Kultur / Werte“ Anlass genug, am 20. Januar im Dorfgemeinschaftshaus des kleinen Estenfelder Ortsteils Mühlhausen über Möglichkeiten nachzudenken, wie Kultur, Tradition und Werte im Würzburger Norden erhalten und durch konkrete Projekte in Zukunft gefördert werden können.

Etwa durch das bessere Bekanntmachen von Veranstaltungen, die Integration der Neubürger, eine Unterstützung und Zusammenarbeit der Vereine (Vereinsringtreffen), den Einsatz von QR-Codes, weitere Kulturwege des Archäologischen Spessartprojektes sowie den Erhalt des Dialekts und Kunstausstellungen in öffentlichen Gebäuden.

Regionalität und gemeinsame Vermarktung
Die Regionalität liegt im Trend und war für die Arbeitsgruppe „Regionale Produkte / Kulturlandschaft“ ein wichtiger Ansatz.

Knapp 30 Teilnehmer – darunter Landwirte, Winzer und weitere Direktvermarkter sowie Vertreter vom Naturschutz, Bürgermeister und interessierte Bürgerinnen und Bürger – haben am 28. Januar im Weingut Schmitt in Bergtheim die zukünftigen Vermarktungschancen für den Würzburger Norden ausgelotet.

Um die vorhandenen Vertriebsstrukturen regionaler Produkte zu optimieren und zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu schaffen, soll eine gemeinsame Vermarktungsstrategie für regionale Produkte entwickelt werden.

Neben einem Verzeichnis aller Direktvermarkter wurde als konkreter Vorschlag eine zentrale Markthalle ins Spiel gebracht, die beispielsweise verkehrsgünstig direkt an der B 19 in Bergtheim angesiedelt werden könnte, um auch die Pendler und die vielen durchfahrenden Autofahrer als Kunden zu gewinnen.

Weitere Vermarktungschancen bestehen in der Belieferung von Großküchen sowie von Einwohnern in den kleineren Ortsteilen (Gemüse- bzw. Lebensmittelkiste), wo es kein Ladengeschäft mehr gibt.

In der Diskussion wurde ein wichtiger Zusammenhang zur Kulturlandschaft hergestellt und die Glaubwürdigkeit als entscheidender Faktor zur erfolgreichen Vermarktung von regionalen Produkten identifiziert.

Grundwasserschutz, richtige Landschaftspflege und regionaler Streuobstsaft
„Was bedeutet für uns Nachhaltigkeit?“ hieß die spannende Leitfrage der Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“, die am 17. Februar im Sportheim Hausen zusammenkam, um herauszufinden, wie sich der Würzburger Norden nachhaltig weiter entwickeln kann.

Im Fokus standen dabei konkrete Vorschläge und Ideen für den Erhalt der Kulturlandschaft und das Thema Grundwasserschutz, das angesichts des Klimawandels als bestes Beispiel für die notwendige Nachhaltigkeit in dieser niederschlagsarmen und zugleich intensiv landwirtschaftlich genutzten Region identifiziert wurde.

Als Vorschlag wurde u.a. aufgenommen, auf die richtige Pflege der kommunalen Flächen besser zu achten, worunter auch Hecken, (Straßen-)Ränder und Gräben fallen, die geschnitten, gemulcht, gemäht oder anderweitig im Sinne der Artenvielfalt behandelt werden müssen.

Hierfür will der Landschaftspflegeverband seine Unterstützung anbieten. Bedarf liegt auch in der Verwertung und Vermarktung eines regionalen Streuobstsaftes, wodurch die Streuobstwiesen, die in der Region noch vorhanden sind, erhalten werden können und eine Wertschöpfung für das Streuobst erzielt werden kann.

Mehr Informationen zum ILEK finden Sie unter http://www.wuerzburger-norden.de.