Ortsbeschreibung

Nördlich von Würzburg, zu beiden Seiten der Pleichach, am Saum des Gramschatzer Waldes, liegt der Markt Rimpar. Der Ort, dem zum 1. Mai 1978 die Ortschaften Maidbronn und Gramschatz eingegliedert wurden, ist 220 m über dem Meeresspiegel gelegen. Mit seinen insgesamt über 7.500 Einwohnern liegt Rimpar in einer idyllischen Landschaft.

Der Name des Dorfes weist tief in die Vergangenheit zurück. Bereits 1126 wird der Ort erstmals erwähnt. Mit der Geschichte Rimpars eng verbunden ist die des Ortsteiles Maidbronn. Weit älter noch ist die Geschichte des Ortsteiles Gramschatz, der bereits 772 urkundlich erstmals erwähnt wird. Aber Funde aus der jüngeren Steinzeit beweisen, daß schon lange vorher in Rimpar eine Siedlung bestand. Durch Erdarbeiten kamen eine Fülle jungsteinzeitlichen Kulturgutes sowie ein Hockergrab zum Vorschein.

Von welcher Seite man sich dem Dorfe nähert, immer ragen Kirche und Burg dominierend hervor. Im 14. Jahrhundert (1347) wurde die Burg von Hans von Grumbach erbaut und war eine der eindrucksvollsten Wasserburgen im süddeutschen Raum. Die Ritter von Grumbach wurden zu den ältesten und edelsten Geschlechtern in Franken gezählt. Johann von Grumbach regierte von 1455 bis 1466 als Fürstbischof von Würzburg über das Herzogtum Franken. Unter Wilhelm von Grumbach sank das Ansehen des Geschlechtes, das 1602 völlig verarmt ausstarb. Am Fuße des Schlosses findet man die Schloßmühle. Sie ist älter als die Burg und eine Inschrifttafel mit Grumbachwappen weist darauf hin, daß sie 1589 durch Konrad von Grumbach grundlegend umgebaut wurde.

Im Bauernkrieg 1525 war Rimpar Schauplatz wüsten Tumults. Das Schloß wurde verheert und die Kirche durch Feuer zerstört. Im Jahre 1593 verkaufte der verschuldete Konrad von Grumbach Schloß und Dorf an Fürstbischof Julius Echter, unter dessen Führung sich im Dorfe eine rege Bautätigkeit entwickelte. Das Schloß wurde erweitert und die Pfarrkirche renoviert. Im Renaissancestil wurde 1614 in der Ortsmitte das Rathaus errichtet, auf dem Marktplatz ein Brunnen aufgestellt, ein Hofgarten mit Springbrunnen angelegt und ein Gartenhaus, genannt Lustschloß, erbaut.

Jenseits des Bachtales ragt der 56 Meter hohe Echterturm empor, den Fürstbischof Julius Echter 1608 errichten ließ. Der Turm ist der höchste "Echterturm" im Würzburger Land. Der Bau der heutigen Pfarrkirche begann im Jahre 1849. Sie ist den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht.

Im nahen Maidbronn, einer Filiale der Pfarrei Rimpar, findet man ein bedeutendes Werk Tilman Riemenschneiders. In der St. Afra-Kirche, dem ehemaligen Klosterkirchlein der Zisterzienserinnen, steht der Altar "Die Beweinung Christi", das letzte Werk des großen Meisters. Steinerne Monumente bekunden, daß Edelfrauen von Grumbach im Zisterzienserkloster Äbtissinnen waren.

Eine herrliche, barocke Pfarrkirche steht im Ortsteil Gramschatz mit Werken der Bildhauer Wolfgang von der Auvera und Johann Peter Wagner.

Angrenzend an das frühere Rathaus wurde im Jahre 1955 die Post erbaut. 1959 erhielten die Kinder der Marktgemeinde einen neuen Kindergarten. In unmittelbarer Nähe der Kirche wurde 1964 ein neues Schwesternhaus in Verbindung mit dem Bischof-Schmitt-Haus erstellt. In diesem Heim befinden sich Pfarrsaal, Kegelbahn, Bühne sowie Gruppen- und Spielräume. Eine 1953 erbaute Turnhalle befindet sich am Rande des neugeschaffenen Fußballplatzes. Sie findet auch bei Festlichkeiten und Bällen Verwendung. Gegenüber dem Sportplatz liegt die 1938 erbaute Volksschule, die heutige Matthias-Ehrenfried-Grundschule.

Die Hauptschüler aus Rimpar und seinen Ortsteilen Maidbronn und Gramschatz besuchen die 1970 errichtete Maximilian-Kolbe-Schule in der Julius-Echter-Straße. In der Nähe des Sportplatzes liegen die Hallen der Reinfurt-Werke, die ultrapräzise Kleinstkugellager herstellen, deren Versand in viele Teile der Welt geht.

Am 20. März 1974 erhielt der Markt Rimpar von der Regierung in Unterfranken ein eigenes Ortswappen. Das Wappen enthält Hinweise auf die historisch-familiären Zusammenhänge der adeligen Familie Grumbach-Wolfskeel zum Ort Rimpar und auf das baugeschichtlich bedeutsame Schloß zu Rimpar. Auf die lange Tradition des örtlichen Maurerhandwerks weist die Zinnenmauer hin.

Große Investitionen tätigte der Markt Rimpar in den letzten 18 Jahren. 1980 kaufte er unter Bürgermeister Anton Kütt vom Freistaat Bayern das Grumbach-Schloß, renovierte es und zog 1984 mit der Gemeindeverwaltung dort ein. 7 Millionen kostete das Projekt, zu dem der Freistaat Bayern 3,5 Millionen zusteuerte. Ebenfalls 7 Millionen wurden für den Bau einer Dreifachsporthalle ausgegeben, die selbst höchsten Ansprüchen genügt. Beträchtliche Geldbeträge mußten auch für den Bau zweier neuer Kindergärten, eines gemeindlichen Bauhofes und eines neuen Feuerwehrgerätehauses ausgegeben werden. Im Jahre 1986 erbaute die evangelische Kirchengemeinde im Schleifweggebiet ihre Bekenntniskirche mit einem Gemeindezentrum.

Besondere Bedeutung haben die kirchlichen und weltlichen Vereine. Sie wirken mit bei der Gestaltung des kulturellen Lebens und der Weiterbildung durch Vorträge, Feiern, Ausflüge, sportliche Veranstaltungen, Bälle und Vergnügungen.

Die herrlichen Wälder und Wiesen des Naherholungsgebietes um Rimpar laden Besucher aus nah und fern zum Verweilen in der schönen Umgebung, besonders in den Tiefen des Gramschatzer Waldes ein.